Grubengold – Ein wunderbares Projekt!

Der Cellist Daniel Brandl schreibt die Musik für die „Don Quijote“-Aufführung. Warum grubengold für ihn eine herausfordernde Bereicherung ist, hat Daniel für unseren Blog aufgeschrieben.

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Foto: Peter Harbauer

Theater zu machen und sich dabei auf Übersetzter zu verlassen ist zwar ambitioniert, führt aber immer wieder zu lustigen Momenten. Und für mich als sprachinteressierten Menschen ist es sowieso toll, so viel Sprachwirrwarr durcheinander zu hören.

Das führt auch häufig zu Unkonzentriertheit. Mal muss einer leider zu spät kommen, hier schellt ein Handy, da wird kurz etwas diskutiert und, weil es immer über mehrere Sprachen geht, dauert es leider etwas länger. Für mich ist das im ersten Moment etwas anstrengend, aber der übergeordnete Gedanke „zusammen etwas machen“ geht trotzdem nie unter. Ich fühl’ mich wohl da. Auch wenn es manchmal mehr (bitte liebevoll verstehen) eine Don Quijote’sche Hammelherde ist. Bisher war am Ende jeder Probe ein Schritt in Richtung Premiere gemacht. Immer hat Regisseurin Michaela Kuczinna es hinbekommen, die Gruppe gut zu leiten.

Sich die ewigen Windmühlen vorknöpfen

In der letzten Probe machte ich wieder die Erfahrung, wie sinnlos es ist, über Musik reden zu wollen. Die Musik war schon sehr schön, sollte aber etwas weniger „ …“ haben und trotzdem etwas mehr „ …“ sein. „Du verstehst? Nein, ich auch nicht, lass uns probieren!“ Am Ende haben wir es, trotz der Sprachbarriere, geschafft, zusammen etwas Gutes zu bauen.

Das Ziel in dieser Produktion ist für mich, dem näher zu kommen, was Don Quijote für uns im Kleinen wie Großen bedeutet. Die ewigen Windmühlen, denen wir begegnen, und, die wir uns immer wieder tapfer vorknöpfen. Wir werden sicher nicht alle besiegen, aber erst der hoffnungsvolle Versuch macht es möglich, unsere Grenzen zu erweitern und dabei uns selbst zu begegnen. Ziemlich romantisch, aber wenn man graue Realität will, kann man auch einfach den Bus nehmen und sollte gar nicht erst anfangen, Theater zu machen.

Die Musik ist natürlich noch nicht fertig, sie wird während der Proben entwickelt. Am Ende wird sie ein Statement sein, dass Menschen zusammen etwas schaffen können, auch wenn es manchmal schwer ist und sich die innere Hammelherde wie unüberwindliche Giganten anfühlt.

-Daniel Brandl-

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