Vor zwanzig Jahren das erste Mal Don Quijote

Don Quijote als Theaterstück – zusammen mit Regisseurin Michaela Kuczinna; und nun wieder bei grubengolds Don Quijote-Inszenierung. Was diesmal anders ist und was grubengolds Don Quijote ausmacht, darüber Dorothee Schumacher: 

DORO
Foto: Sandra Schuck 

Als mich Michaela Kuczinna vor einem dreiviertel Jahr fragte, ob ich Lust hätte bei einem spannenden Don Quijote-Projekt mitzumachen, war ich sofort Feuer und Flamme.

Wir kennen uns schon seit ungefähr 20 Jahren. Zu Studentenzeiten lernten wir uns als Kinderbetreuerinnen in einem Feriencamp in Italien kennen, sie war damals Theaterwissenschafts- und ich Designstudentin. Drei Jahre später trafen wir uns dann in der Theaterkantine des Schauspielhauses Bochum wieder, damals unter der Intendanz von Leander Hausmann. Schon damals setzten wir uns mit Don Quijote als Theaterstück auseinander; sie als Regieassistentin von Dimiter Gotscheff und ich als Kostümbildassistentin.

Ich freute mich auch auf die Arbeit am Prinzregenttheater. Hatte ich doch erst kurz vorher gehört, dass es dort spannende Veränderungen gab. Leider konnte ich nicht direkt einsteigen, da ich noch beruflich nach Bayern musste. So stieß ich erst später zu der ganzen Gruppe dazu.

Don Quijote nicht historisch eingrenzen

Wer welche Funktionen übernahm, wer als Assistent oder Assistentin und wer als Übersetzer fungierte, war mir nicht sofort klar. Alle spielten ganz selbstverständlich bei den Proben mit. Das war neu für mich. Es sind bis jetzt viele Leute dazugekommen und leider haben auch einige die Truppe wieder verlassen. Es freut mich, dass einige immer noch auf der Bühne zu sehen sind, obwohl sie es vorher bestimmt nicht so geplant hatten. Zunächst einmal war es uns wichtig, unseren Don Quijote nicht historisch einzugrenzen. So konnte ich Kostümteile der unterschiedlichsten Genres und Epochen zusammensuchen. Diese kombinierte ich mit zum Teil skurrilen Accessoires, welche ich ihrer Funktion enthob und umfunktionierte.

Auch der Ort „La Mancha“ war eigentlich eher zweitrangig.

Don Quijote könnte sich überall auf dieser Welt zu unterschiedlichen historischen, auch modernen Zeiten aufhalten. Spannend war es, mit unseren Schauspielern und ihren persönlichen Ansichten, ihre Rolle zu entwickeln und diese letztendlich in ihren Kostümen darzustellen. Sie brachten viele Sachen mit. Teilweise Erbstücke von der Mutter, selbst genähte Hochzeitskleider, Tuniken und Mäntel. Zusammen erarbeiteten wir unsere Kunstfiguren. Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass es bei unserer Inszenierung nicht nur einen Don Quijote oder einen festgelegten Sancho gibt. Jeder einzelne schlüpft einmal in die Rolle und versucht seine spezielle Sichtweise wiederzugeben.

Ein Workshop für den letzten Schliff

An diesem Wochenende bekam unser Kostümbild den letzten Schliff. Ilka Freiin von Forstner, eine Maskenbildnerin aus Oberhausen, gab einen Maskenworkshop. Dieser war wichtig, weil während der Aufführungszeit die Schauspieler sich selbst schminken und vorbereiten müssen. Um das Haarstyling jedes Einzelnen  kümmert sich Noor Shawish, welcher vor seiner Zeit in Deutschland schon als Frisör tätig war. Bei all dieser künstlerischen Arbeit war es eher zweitrangig, dass mir Arabisch als Sprache in meiner Arbeit bisher unbekannt war. Da ich viel im Ballett und in der Oper arbeite, ist es ohnehin normal für mich, auf unterschiedliche Nationalitäten zu treffen.

Wichtig ist, dass Alle für Alles offen sind und der Kreativität so keine Grenzen gesetzt werden. Und bei unseren Don Quijote-Vorbereitungen ist es genau so.

 

-Dorothee Schumacher-

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