Eine geliebte Frau

Mahmood_Foto einer Rose

Don Quijotes Angebetete Dulcinea ist die geliebte Frau schlechthin. Ensemble-Mitglied Mahmoud über seine Liebe zu einer jungen Frau, seiner Dulcinea – einer Liebe, die auf einen anderen Kontinent reicht:

Die Geschichte meiner Liebe

Am fünften Januar diesen Jahres flog mir mein Herz davon. Ich gestand einer jungen Frau, die ich seit Jahren in meinem Herzen habe, meine Liebe. Ihr Name ist Rahaf. Ich habe mich in ihr wieder gefunden – zu einer dunklen Zeit in meinem Leben, als ich jemanden brauchte, der mir zur Seite steht, und das voller Liebe. Diese junge Frau, die noch nicht 19 Jahre alt war, gab mir Wärme und Zuneigung. Sie entfachte in meinem Herzen Liebe und Sehnsucht.

Das erste Treffen

An einem kalten Apriltag im Jahr 2013 hatte ich in der Hilfsorganisation an-Nadschda im Flüchtlingslager an-Nahr al-Barid (der kalte Fluss) im Norden des Libanon gerade einen Kurs in Fotografie und Bildmontage begonnen. Ich war zuvor Freiwilliger in der Hilfsorganisation gewesen. Ich saß in der Ecke des Klassenraumes, die Hände hinter meinem Kopf und wartete auf meine Freunde, als ein hübsches Mädchen in einer braunen Lederjacke in den Raum kam. In diesem Moment habe ich mich nicht augenblicklich verliebt. Ich saß neben ihrem Cousin und seiner Freundin Ghufran in der Mitte des Klassenraumes. Wir lernten uns langsam kennen. Sie war ein hübsches Mädchen mit einem feinen, unschuldigen Lächeln, das die Herzen eroberte. Brünett, schöner als alle anderen. Nicht groß, was sie noch hübscher machte. Ich finde nur das Wort Engel, um sie zu beschreiben. Sie ist wirklich ein kleiner Engel mit großen funkelnden Augen voller Hoffnung und Träume.

Die Phase der Freundschaft

In dieser Zeit vertiefte sich meine Beziehung zu ihr und zu ihren Freunden. Wir wurden eine Gruppe von Jugendlichen, die viel miteinander unternahm: Ausflüge, Treffen… Keiner von uns unternahm etwas ohne die anderen. Weil sie jünger als wir war, betrachtete ich sie als kleine verhätschelte Freundin. Wir teilten unser Erinnerungen an Syrien, wie wir waren, bevor wir uns getroffen hatten, und wie unser Leben gewesen war. Diese Freundschaft dauerte Jahre, bis der Zeitpunkt des Abschieds kam und ich aufbrach – ins Unbekannte: über gefährliche Weg, durch die Wüste, und das Meer, dessen Wellen mich verschlingen wollten.

Eine Liebe nimmt ihren Anfang

An jenem Tag, als ich den Termin meiner Flucht aus dem Libanon nach Europa erfuhr, waren unsere Augen voller Tränen über unsere Trennung. Wie gerne hätte ich sie in meine Arme genommen. Ich fühlte mich, als würde ich mich nicht nur von ihr sondern vom Leben verabschieden. Meine Angebetete saß alleine in einem Zimmer und weinte über unseren Abschied. Ich stand vor der Tür und betrachtete sie – machtlos, was sollte ich tun. Ich ging zu ihr, setze mich vor sie hin, umfasste ihre Füße und sagte: Ich hoffe, wir treffen uns wieder, aber wo und wann, weiß ich nicht. Die Hoffnung darauf tröstete uns. Ich hatte sie vorher nicht mit diesem Gefühl gesehen, doch in diesem Moment, fingen zumindest meine Gefühle von Freundschaft an, sich in Liebe zu verwandeln.

Wir verbrachten die meiste Zeit miteinander, machten Ausflüge und Spaziergänge am Mittelmeer und hörten dabei Musik von Fayrouz und anderen. Diese gemeinsamen Unternehmungen waren voller Wärme und Zuneigung. Nach meiner Flucht nach Deutschland sprachen wir miteinander über Whats- app, bis ich ihr meine Liebe gestand und wir es allen sagten.

Drei Monate später, am 17. März 2017, verlobten wir uns.

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