Tamim tanzt: »Heute Nacht mit Helge«

Tamim aus dem grubengold-Ensemble hatte kürzlich einen Auftritt als Tänzer in der Late Night Show am Prinzregenttheater: »Heute Nacht mit Helge«.
Mit Tänzerin Greta und Showmaster Helge tanzte sich Tamim (rechts im Bild) zur Musik der Late Night Band MND TRCK getreu dem Thema der Show in einen Rausch.

Eindrücke von der Show hat das Online-Magazin Hömma.net.

Foto: Julian Kuhnke, Hömma.net

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Spaß mit Ordnung und Würde

 

Eins wird in der satirisch aufbereiteten Szene sehr deutlich: Das Abnehmen der Fingerabdrücke mag aus ordnungspolitischer Sicht eine gewisse Berechtigung haben – für die betroffenen Menschen, die oft extreme Strapazen hinter sich haben, bleibt es entwürdigend. Weniger bitter, dafür sehr witzig ist die Auseinandersetzung der jungen Schauspieler mit dem deutschen Sinn für Ordnung.

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Vorschau @WDR: »Ich kann Dinge noch nicht wahrnehmen, wie sie ein Deutscher wahrnimmt.«

Vor der Premiere hat der WDR grubengold besucht.

Muhammad Tamim sagt in dem Beitrag:

Muhammad Tamim
Muhammad Tamim

»Der Brief, das Gedicht oder die Tanzszene drücken ja nicht etwas individuelles aus – sondern die Geschichte von uns allen. Wir alle haben Familien, die überall verstreut sind. Wir treffen uns nur noch in Chatrooms. Deswegen geht es uns nicht darum, unsere persönlichen Erfahrungen auf die Bühne zu bringen. Wir wollen die Geschichte von uns allen erzählen.«

»Es geht gar nicht darum, ob wir uns wohl fühlen oder nicht. Wir haben noch gar kein Gefühl für unsere Umgebung entwickelt. Wir sind hier als Flüchtlinge. Dann gibt es die Deutschen auf der anderen Seite. Zwischen uns ist eine Kluft. Ich bin noch gar nicht richtig angekommen. Ich komme aus einem Land, in dem ich auch schon Flüchtling war. Hier bin ich wieder Flüchtling. Und ich kann Dinge noch nicht wahrnehmen, wie sie ein Deutscher wahrnimmt.«

Den Beitrag, der am Freitagabend in Resonanzen bei WDR 3 lief, hört Ihr hier.

Premiere @derwesten.de

 

»Es ist erstaunlich, was die acht jungen Leute in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben. Sie haben nicht nur ein Stück realisiert, auch ihr Deutsch, das nach dem bedrückenden Beginn gesprochen wurde, ist mehr als präsentabel. Und bei aller Dramatik: Sie versenken sich nicht in ihr Schicksal. Zwar verdrängen sie es nicht, aber der Wille zum Humor hält stolz dagegen.«

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Vorschau @derwesten.de

 

»Die Texte stammen allesamt von den Flüchtlingen selber. „Sie wollen etwas sagen, das ist ihnen wichtig“, meint Dramaturg Frank Weiß. „Und was sie zu sagen haben, das hat wirklich eine große Kraft.“
So wie bei Yousef Zaghmout. Der 23-Jährige aus Damaskus schreibt Gedichte – und musste dies lange im Geheimen tun. Zu seinen Lesungen in Syrien und im Libanon kamen immer mehr Menschen. „Doch zur gleichen Zeit fehlten immer mehr, weil sie verhaftet oder tot waren“, erzählt er. Deswegen sei er jetzt hier: „Um eine Stimme zu sein für die Verschwundenen, Vertriebenen und Vergewaltigten.“«

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