Ramadan, Rituale und Traditionen

Foto: Guillaume Paumier, CC-BY.
Foto: Guillaume Paumier, CC-BY.

 

Was den Ramadan in unseren Heimatländern vom diesjährigen unterscheidet, den viele von uns erstmals in Deutschland verbringen, sind die Rituale.

Der Ramadan ist der Fastenmonat der Muslime im neunten Monat des islamischen Mondkalenders, in diesem Jahr seit dem 6. Juni und noch bis zum 4. Juli. Es ist eine besondere Zeit: Dann sind die Straßen üppig geschmückt und erleuchtet, auf Straßenfesten sind die Stimmen von Verkäufern zu hören, Getränke, Speisen und Süßigkeiten unterschiedlichster Art werden feilgeboten, die besonderen Lieder und Melodien des Ramadan erklingen. Wir begehen gemeinsame Festmähler zum Fastenbrechen und werden von den Wecktrommlern schon vor dem Sonnenaufgang geweckt, um vor Anbruch des Tages des letzte Mahl vor dem Sonnenuntergang am Abend einzunehmen: das Sahur.

All dies sind Rituale, die wir vermissen in unserem neuen Exil, hier in Deutschland. Das ist der Tribut von Flucht und Kriegen, der uns eine neue Realität aufzwingt in einer für uns neuen Gegend dieser Welt. Wir bemühen uns, einige der Rituale zu leben – bei unseren gemeinsamen Mahlzeiten zum Fastenbrechen –, um das vertraute Gefühl des Ramadan auch hier zu spüren.

 

von Muhammad TamimMuhammad Tamim

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Weil wir nicht dürfen – eine Bitte: Geht doch mal wieder Blut spenden

Manchmal merken wir, dass man so schnell nicht ankommt in dem Land, in das man geflüchtet ist. Die Sprache lernen wir noch relativ zügig, jedenfalls geben wir uns Mühe. Und mit den Behörden und unseren Aufenthaltstiteln ist mittlerweile alles geklärt. Aber dann wollten wir gute Bürger sein, uns einbringen, etwas für andere tun, weil es wichtig ist. In diesem Fall sogar: überlebenswichtig.

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Eine Blutspende. [Foto: Wikipedia-Nutzer ANKAWÜ, modifiziert, CC BY-SA 3.0]
Wir wollten Blut spenden; aber wo ein Wille ist, ist eben doch nicht immer ein Weg. Wir sind Mohammad und Tamim aus dem grubengold-Ensemble.

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Wünsche vom Glück

Als ich in Deutschland ankam, war ich anfangs sehr glücklich: ein völlig neues Gefühl von Sicherheit. Und Zuversicht: Ich würde mein Studium abschließen, meine Familie und meine Verlobte zu mir holen, ein neues Leben beginnen.

Doch nach einiger Zeit war ich frustriert von all der Bürokratie und Routine, die Zuversicht wich. Ich kann mein Studium nicht abschließen und ich bin meiner Familie fern; und meiner Verlobten.

Mein Gefühl gegenüber Deutschland veränderte sich allmählich. Ich sehnte mich nach Ruhe und Stabilität, nach Sicherheit. Aber alles, was ich meiner Familie nun sagen konnte, war, dass ich gleichzeitig glücklich und unglücklich bin:

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Tamim tanzt: »Heute Nacht mit Helge«

Tamim aus dem grubengold-Ensemble hatte kürzlich einen Auftritt als Tänzer in der Late Night Show am Prinzregenttheater: »Heute Nacht mit Helge«.
Mit Tänzerin Greta und Showmaster Helge tanzte sich Tamim (rechts im Bild) zur Musik der Late Night Band MND TRCK getreu dem Thema der Show in einen Rausch.

Eindrücke von der Show hat das Online-Magazin Hömma.net.

Foto: Julian Kuhnke, Hömma.net

Vorschau @WDR: »Ich kann Dinge noch nicht wahrnehmen, wie sie ein Deutscher wahrnimmt.«

Vor der Premiere hat der WDR grubengold besucht.

Muhammad Tamim sagt in dem Beitrag:

Muhammad Tamim
Muhammad Tamim

»Der Brief, das Gedicht oder die Tanzszene drücken ja nicht etwas individuelles aus – sondern die Geschichte von uns allen. Wir alle haben Familien, die überall verstreut sind. Wir treffen uns nur noch in Chatrooms. Deswegen geht es uns nicht darum, unsere persönlichen Erfahrungen auf die Bühne zu bringen. Wir wollen die Geschichte von uns allen erzählen.«

»Es geht gar nicht darum, ob wir uns wohl fühlen oder nicht. Wir haben noch gar kein Gefühl für unsere Umgebung entwickelt. Wir sind hier als Flüchtlinge. Dann gibt es die Deutschen auf der anderen Seite. Zwischen uns ist eine Kluft. Ich bin noch gar nicht richtig angekommen. Ich komme aus einem Land, in dem ich auch schon Flüchtling war. Hier bin ich wieder Flüchtling. Und ich kann Dinge noch nicht wahrnehmen, wie sie ein Deutscher wahrnimmt.«

Den Beitrag, der am Freitagabend in Resonanzen bei WDR 3 lief, hört Ihr hier.