»Bringen wir arabische und europäische Kultur zusammen, ergibt es ein sehr schönes Bild.«

Stimmen aus dem grubengold-Ensemble:Muhammad Tamim
Muhammad Tamim

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#fortschritte: gute Erziehung

Ich habe es geschafft: Ich habe meine Examensprüfung meiner Ausbildung zur Erzieherin bestanden, Note: Gut.

Ich bin überglücklich über meine Prüfungsergebnisse und freue mich jetzt, endlich wieder einmal Freizeit zu haben. Denn die gab es nicht in den vergangenen Wochen. Doch das Lernen hat sich sehr gelohnt.

 

von Alopé VostryAlope Vostry

#fortschritte: anderer Weg, gleiche Lösung

Bis zur zwölften Klasse ging ich in Syrien zur Schule. Noch vor dem Abitur aber verließ ich das Land und flüchtete vor dem Krieg nach Deutschland. Hier wurde ich in die neunte Schulklasse eingestuft, weil ich erst Deutsch lernen musste. Wenn man die Sprache nicht beherrscht, ist Schwieriges nicht zu verstehen.

Meine Lieblingsfächer sind Mathematik, Informatik und Physik. Die Sprache der Zahlen spreche ich.

Manchmal schmunzelt mein Mathematik-Lehrer über die Rechenwege, die ich in Syrien erlernt habe – weil das Ergebnis stimmt, obwohl ich manches anders rechne als meine Mitschüler, die das Rechnen in Deutschland gelernt haben. Und weil das Ergebnis stimmt, gibt er mir sehr gute Noten. Das zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin: Ich möchte Abitur machen, studieren und Ingenieur werden.
 

#fortschritte:Mahmud Mahamed
Mahmud Mahamed

Endlich. Und viel zu spät

Ordnung.
Alles in Ordnung.

Ich habe dieses Wort, diesen Satz oft betrachtet. Nicht nur in unserem Theaterstück, auch im alltäglichen Leben. Genauer gesagt in diesem Dasein als Flüchtling, das ich hier in Deutschland lebe.

Ich heiße Yousef Zaghmout und lebe seit einem Jahr und vier Monaten in Deutschland. Geflüchtet bin ich aus Syrien, wo ich schon als Flüchtling geboren wurde, als Sohn palästinensischer Eltern. Vor einigen Jahren dann kam der Krieg dorthin, wo ich lebte – und eines Tages flüchtete ich, zunächst in den Libanon, später weiter nach Deutschland.

Ich wende Ordnung an.
Genauer oder ehrlicher gesagt: Die Ordnung passt mich an.
Ich habe keine Wahl und keinen eigenen Wunsch.

Ein Jahr und drei Monate habe ich darauf gewartet, meinen Deutschkurs zu beginnen und die wichtigsten Bestandteile meiner Integration in die deutsche Gesellschaft zu erlernen, vor allem also: die Sprache. Vielleicht sollte man erwähnen, dass ich das seit meiner Ankunft, seit dem ersten Monat gewünscht und eingefordert habe.

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